„Alles ist möglich“ – diesen Satz sagen wir bei der S2S-Systemdrucker GmbH gerne und oft. Er bezieht sich auf die Software-Seite unserer Anlagen, und er ist keine Marketingfloskel, sondern eine direkte Konsequenz unserer Technologieentscheidung: Wir setzen auf Klipper und dessen Host-Erweiterungen. Was das konkret bedeutet und welche Möglichkeiten sich daraus für unsere Kunden ergeben, erklären wir in diesem Beitrag.
Was sind Host-Erweiterungen?
Klipper, die Open-Source-Firmware hinter unseren granulatbasierten 3D-Druckanlagen, bietet einen dedizierten Bereich für Add-ons: die sogenannten Host-Erweiterungen. Dabei handelt es sich um Module, die auf dem Host-Rechner der Anlage laufen und mit denen sich individuelle Funktionen bis hinunter auf die Hardware-Ebene entwickeln lassen.
Vereinfacht gesagt: Host-Erweiterungen sind die Schnittstelle, über die wir jede Anlage mit genau den Fähigkeiten ausstatten können, die ein Kunde benötigt – ohne die Kernfirmware anfassen zu müssen und ohne von einem geschlossenen Hersteller-Ökosystem abhängig zu sein.
Individuelle Sensorik nach Kundenwunsch
Der wichtigste Anwendungsfall für uns als Anlagenbauer: die Integration kundenspezifischer Sensorik. Jede Anlage, die wir entwickeln, kann nach den Anforderungen des Kunden mit unterschiedlichsten Sensoren ausgestattet werden. Über Host-Erweiterungen werden diese Sensoren ausgelesen, ihre Daten aufgezeichnet und in die Anlagensteuerung integriert.
Daraus entsteht mehr als nur eine Ansammlung von Messwerten: Es entsteht eine ganzheitliche, umfängliche Integration neuer Systembausteine, aus der wir belastbare Schlüsse über den Druckprozess ziehen können. Gerade bei anspruchsvollen Werkstoffen wie Ferriten, technischen Keramiken oder Materialmischungen ist eine präzise Prozessüberwachung entscheidend für die Bauteilqualität.
Was in der Praxis möglich ist
Die Bandbreite der umsetzbaren Funktionen ist enorm. Einige Beispiele aus unserer Praxis und Entwicklung:
- Alerting-Systeme: Wird ein Fehldruck produziert, erhält der Anlagenbetreiber oder Anlagenführer automatisch eine Benachrichtigung – ohne dass jemand permanent vor der Maschine stehen muss.
- Wartungs- und Verbrauchsüberwachung: Die Anlage meldet selbstständig, wenn sich Granulate oder andere Druckmittel dem Ende zuneigen, und ermöglicht so eine vorausschauende Materialplanung.
- Überwachung äußerer Einflüsse: Ungewöhnliche Vibrationen oder andere Umgebungsveränderungen werden erkannt und gemeldet, bevor sie die Druckqualität beeinträchtigen.
- Kameraintegration: Kamerasysteme zur optischen Prozessüberwachung und Fehldruckerkennung lassen sich direkt an die Anlagensteuerung anbinden.
- Individuelle Interfaces und Fernzugriff: Über Host-Erweiterungen können eigene Bedienoberflächen entstehen – als mobile Anwendung, Desktop-Applikation oder sogar als Anbindung an Messenger-Dienste wie Telegram. Der Anlagenführer kann Statusinformationen abfragen oder definierte Befehle absetzen, ganz gleich, wo er sich gerade befindet.
Freiheit durch Offenheit
All diese Möglichkeiten haben eine gemeinsame Voraussetzung: die Offenheit von Klipper. Würden wir ein geschlossenes System einsetzen, wären uns bei jedem dieser Anwendungsfälle die Hände gebunden – jede Erweiterung wäre vom Wohlwollen und der Roadmap eines Firmware-Herstellers abhängig.
Mit Klipper und seinen Host-Erweiterungen können wir dagegen praktisch jeden Wunsch erfüllen, der von einem Kunden geäußert wird. Eine Einschränkung gibt es natürlich: Hardware ist physikalisch limitiert – nicht jede mechanische Anforderung lässt sich beliebig umsetzen. Aber auf der Software-Seite, überall dort, wo es um Klipper-Host-Erweiterungen geht, gibt es aus unserer Sicht nichts, was nicht möglich wäre.
Fazit
Host-Erweiterungen sind das Werkzeug, mit dem wir aus einer standardisierten Firmware eine maßgeschneiderte Industrieanlage machen. Für unsere Kunden bedeutet das: maximale Flexibilität heute und Erweiterbarkeit für die Anforderungen von morgen.
Sie haben eine konkrete Anforderung an Sensorik, Überwachung oder Bedienkonzept Ihrer Druckanlage? Sprechen Sie uns an – die Wahrscheinlichkeit ist hoch, dass wir sagen: Alles ist möglich.